Manuel als „Manager ohne Grenzen“ in Uganda

Seit fast einem Jahr ist Nunatak strategischer Partner der Stiftung managerohnegrenzen. Diese organisiert Projektberatung mit Managern aus deutschen und europäischen Firmen bei Partnerunternehmen in Entwicklungsländern mit dem Schwerpunkt Afrika. Manuel Keller, Projektleiter bei Nunatak, war zwei Wochen in Ugandas Hauptstadt Kampala und half managerohnegrenzen beim Aufbau eines BusinessHUBs. Was es damit auf sich hat und welche Aufgaben Manuel dabei übernehmen durfte, verrät er im Interview.

Kannst du uns kurz erklären, um was es sich bei managerohnegrenzen handelt?

managerohnegrenzen ist eine gemeinnützige Stiftung aus Stuttgart, die von Helene Prölß gegründet wurde. Im Fokus steht die lokale Existenzhilfe mit dem Schwerpunkt auf afrikanische Länder, die vor allem Startups und kleinere Unternehmen dabei unterstützt, sich wirtschaftlich eigenständig entwickeln zu können. Ganz im Sinne von „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Experten und Führungskräfte aus Deutschland und Europa werden als „Manager ohne Grenzen“ in Länder wie Uganda entsandt, um dort ihr Knowhow in den Bereichen Existenzgründung, Management oder Marketing bei Unternehmen vor Ort einzubringen. Im ersten Schritt werden gemeinsam die „Pain Points“ identifiziert. Die Manager begleiten dann die Firmen über einen Zeitraum von vier bis zwölf Wochen mit gezielten Coachings. Unternehmer, die sich beispielsweise bisher nur bedingt mit Finanzplanung beschäftigt haben, werden entsprechend geschult, um zukünftig besser und nachhaltiger wirtschaften zu können.

 

Wie kam Nunatak zu managerohnegrenzen?

Bei Nunatak engagieren wir uns sehr im Bereich Corporate Social Responsibility. Mein Kollege Maximilian Wäger, der nach der Uni ein Projekt für managerohnegrenzen in Tansania begleitete, hat den Kontakt hergestellt. Daher unterstützen wir nun die Stiftung ehrenamtlich, optimieren beispielsweise ihre internen Strukturen und Abläufe oder begleiten sie bei Marketingaktionen. Schnell wurde außerdem deutlich, dass es für managerohnegrenzen eine riesige Herausforderung ist, die weltweiten Projekte aus Deutschland heraus zu steuern. Gemeinsam haben wir deshalb ein Konzept für den Aufbau eines BusinessHUBs entwickelt, durch den die Stiftung zukünftig direkt vor Ort für Partner erreichbar ist.

 

Was genau hat es mit dem BusinessHUB auf sich?

Der BusinessHUB ist eine Außenstelle von managerohnegrenzen mit einem festangestellten Mitarbeiter. Dieser wird vor Ort die Projektkoordination für die Stiftung übernehmen und als Ansprechpartner für lokale Unternehmen fungieren. Da der lokale Mitarbeiter selbst Teil des Planungsprozesses von Projekten wird, wird auch dessen Beraterkompetenz nachhaltig gestärkt. Mit dem BusinessHUB heben wir die Arbeit der Stiftung somit auf eine neue Stufe. Lokale Unternehmen haben nun die Möglichkeit, ihre Ideen und Hürden direkt mit einem Mitarbeiter zu besprechen und schneller zu agieren. Projekte können so zielgerichteter und individueller gesteuert werden. In Kampala hat uns der ehemalige Projektpartner AptechAfrica zu diesem Zweck kostenlos einen Arbeitsraum zur Verfügung gestellt.

 

Welche Aufgaben hattest du vor Ort?

Mein Ziel war es herauszufinden, ob solch ein BusinessHUB überhaupt umsetzbar ist und wie dieser aufgebaut und organisiert werden sollte. Dafür habe ich mit unzähligen ehemaligen und potenziellen Projektpartnern, der Deutschen Botschaft sowie mit lokalen Organisationen gesprochen. Dadurch konnte ich auch ermitteln, welche Fähigkeiten und Qualifikationen der lokale Projektkoordinator mitbringen sollte und welche Erwartungen die Partner an den Hub selbst haben.

Zudem hatte ich die Chance, mein Wissen direkt vor Ort bei einer Solarfirma im Rahmen eines Excel-Workshops einzubringen. Es war wirklich schön zu sehen, dass man bereits mit kurzen Trainings und einfachen Hilfestellungen viel bewirken kann.

 

Wie hat man vor Ort auf euer Konzept reagiert?

Die Reaktionen waren durchweg positiv. In allen Gesprächen wurde mir immer wieder bestätigt, dass der BusinessHUB einen großen Mehrwert bieten wird, da er die Kommunikation mit managerohnegrenzen erleichtert und die Projektkoordination verbessert. Dadurch vergrößert sich auch der Impact. Zusätzlich kann das lokale Netzwerk wirkungsvoll aufgebaut und gepflegt werden.

Wie geht es nun weiter?

Der nächste Workshop mit managerohnegrenzen zur Umsetzung des BusinessHUBs ist bereits in Planung. Im Anschluss wird ein Manager ohne Grenzen nach Kampala reisen, um die Prozesse und Abläufe einzurichten und um einen lokalen Mitarbeiter zu rekrutieren und einzuarbeiten. Noch dieses Jahr soll der BusinessHUB eröffnet werden.

Mehr zum Thema BusinessHUB in Uganda gibt es hier.