Sechs Tipps, wie KMUs erfolgreich digitalisieren

Der Mittelstand trägt maßgeblich zum Erfolg der deutschen Wirtschaft bei. Da sich die Anforderungen an Unternehmen angesichts von Globalisierung und Digitalisierung verändern, müssen sich auch KMUs neu orientieren. Dem Thema haben Personio und Donner & Reuschel neulich eine Matinee mit  Münchener Unternehmern gewidmet. Robert Jacobi, unser Co-Founder und Managing Partner, sprach dort über Herausforderungen und Chancen in der immer digitaleren Welt. 

Beiboote sorgen für mehr Flexibilität und vergrößern den Wirkungsradius - auf hoher See wie im Alltag von KMUs
Beiboote sorgen für mehr Flexibilität und vergrößern den Wirkungsradius – auf hoher See wie im Alltag von KMUs

Gesprächsbedarf gibt es hier reichlich, denn Deutschland ist alles andere als Vorreiter: Dem Digital Economy and Society Index (DESI) der Europäischen Kommission zufolge liegen wir im EU-Durchschnitt nur auf Rang zwölf. Eine zweite Studie belegt: Es gibt gerade für den Mittelstand Nachholbedarf. Laut Telekom-Digitalisierungsindex erreichten deutsche KMUs nur 56 von 100 möglichen Punkten. Die gegenwärtige wirtschaftliche Unsicherheit und konjunkturelle Schwäche stellt viele vor die Frage, wie sie sich nun orientieren sollen. 

Unsere Haltung hierzu: Wer konkurrenzfähig bleiben will, ist gerade jetzt gut beraten, Zukunftstechnologien auszubauen. „Wir sollten nicht warten, bis aus einer wirtschaftlichen Verschnaufpause eine wirtschaftliche Rezession geworden ist“, hatte – passend dazu – zuletzt auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gefordert. Und im Manager Magazin-Beitrag hatte Robert Jacobi die Herausforderungen für Unternehmen in der Konjunkturkrise mit einer Wildwasserfahrt gleichgesetzt: Nur wer nun mutig vorauspaddelt, kann sich von der Konkurrenz absetzen und das Gelernte in ruhigen Zeiten später erfolgreich skalieren. Bei der jetzigen Matinee nannte Jacobi sechs mögliche Maßnahmen gerade für KMUs:

1. Priorisieren statt Investionen streichen

Wie können Firmen ihre Strategie verfolgen, ohne sich zu sehr dem Spardruck zu beugen? Indem sie priorisieren. Der Mut, fokussiert zu investieren, zeigt klare Erfolge: eine Umsatzsteigerung von 74%, ein Plus an Produkt- und Servicequalität von 83% und einen Zugewinn an Neukunden von 68%, wies der aktuelle Digitalisierungsindex Mittelstand für die zehn Prozent der erfolgreichsten Digitalisierer im KMU-Bereich aus.

 2. Junge Talente fördern

Innovationen und disruptive Ideen entstehen, wenn sich der Mittelstand junge, gut ausgebildete Talente ins Boot holt. Nur so halten Unternehmen bei der Digitalisierung mit. Dies schließt nahtlos an die vorherige These an: Investitionen zum richtigen Zeitpunkt machen KMUs zukunftsfähig – auch und gerade in konjunkturell schwachen Zeiten.

3. Digitale Beiboote finden

Um das Bild der Wildwasserfahrt wieder aufzugreifen: In Zeiten der Altmaier’schen Verschnaufpause können „Beiboote“ helfen, Fahrt aufzunehmen. Das können gezielte Kooperationen mit Startups sein oder auch Zukäufe aus der Tech-Branche.

Die Vorteile: Die neuen Partner bringen Teams, Know-how und agile Arbeitsmethoden mit. Darüber hinaus bietet die Zusammenarbeit für beide Seiten Chancen wie Co-Kreationen und gemeinsames Lernen. Bisher arbeiten jedoch nur 38% der deutschen KMUs mit Kleinunternehmen zusammen, so Zahlen vom RKW Kompetenzzentrum Berlin. Die, die es tun, wissen die Vorteile zu schätzen: 96% der mittelständischen Unternehmen, die bereits mit Startups kooperierten, sprechen sich für eine weitere Zusammenarbeit aus.

4. Die Welt und die Kunden (besser) verstehen

Nur wer seine Kunden kennt, kann sich gegen seine Konkurrenz behaupten. Aber wie lernen KMUs ihre Zielgruppen besser kennen? Und welche Rolle spielt hier die Digitalisierung? Die Antwort: Sie revolutioniert durch Big Data und Echtzeit-Datenanalyse die komplette Wertschöpfungskette. Neue Lösungen wie  Cloud Computing und SaaS liefern die technischen Grundlagen. 

5. Haltung bewahren und klar kommunizieren

Wer Mitarbeitern transparent und ehrlich Zukunftsperspektiven aufzeigt, hält die Motivation hoch und Sorgen gering. Gefährlich wird es, wenn der digitale Change in den Teams vor allem als Stellenabbau-Programm verstanden wird. Hier sind Führungskräfte angehalten, die Chancen der Transformation gut zu vermitteln. 

6. Langfristig denken

Wir überschätzen das Wachstum der nächsten zwei Jahre und unterschätzen gleichzeitig das der kommenden zehn, sagte einmal Bill Gates. Dies gilt umso mehr, je schneller sich die Arbeitswelt verändert. Entsprechend sollten sich Unternehmen vor allem auf Forschung und Entwicklung konzentrieren, um langfristige Fortschritte zu erzielen. 

 

Mehr zu Innovation und Digitalisierung im Mittelstand lesen Sie hier im Interview mit Silke Bonarius über Fehler beim Innovationsmanagement.